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Grenzbegehung in Hoppstädten

aufgezeichnet von Rudi Molz im September 1994

Vorwort

 

Um einen Eindruck über die Größe der Gemarkung Hoppstädten im Maßstab 1:1 zu erhalten, habe ich mich entschlossen, anhand der vorhandenen Grenzsteine und mit Hilfe von Gemarkungskarten, dem genauen Grenzverlauf nachzuwandern.

Ich habe Entfernungen und Himmelsrichtungen als Orientierungshilfen angegeben. Man möge mir nachsehen, wenn sich diese Angaben nicht präzise mit Marschkompass und Metermaß decken. Grenzwanderern sollte zudem bewusst sein, dass eine Grenzbegehung auch begehbar sein sollte. Sprich, in beschwerlichem Gelände muss der gehbare Weg nicht immer auch der genaue Grenzverlauf sein, die Grenze ist jedoch immer gut erkennbar. Zudem wird es bei den Anmerkungen zu einigen Gemarkungsteilen sicherlich noch andere oder ausgiebigere Variationen geben. Insbesondere die Beobachtungen der Umwelt beschreiben den Stand aus dem Jahr 1994!

 

Abmarsch!

Wer Interesse hat, ist eingeladen.

1. Etappe:  Vom „Entenpfuhl“ zum „Dreikreuzigen Stein“

 

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist die Grillhütte der Gemeinde am Sportgelände auf der „Schiwwer“. Wir folgen dem aus dem Dorfe kommenden, gut befestigten Weg, in westlicher Richtung zum „Lärchenweg“. An den jüngst angelegten Teichbiotopen verweilen wir und können anhand der großen Neuaufforstungen erkennen, welchen Schaden die Gemeinde durch Stürme wie „Vivian“ und „Wiebke“ zu verkraften hat. Hier wurde der Großteil unseres Fichtenbestandes abgeknickt oder entwurzelt.

 

Weiter geht’s in gleicher Richtung noch etwa 200m, wir sind an der Siener Grenze angelangt, zu erkennen an dem wasserführenden, den Weg unterquerenden Grenzgraben und zur Zeit am Metallpfosten einer ehemaligen Sperrschranke am „Entenpfuhl“.

Dem Grenzgraben folgen wir ca. 200m in südwestlicher Richtung, rechts eine Aufforstung der „Siener“, links ein alter Kiefernwald mit einigen, großen, knorrigen Eichen.

Nachdem wir auf eine Teichanlage gestoßen sind, führt die Grenze zwischen Teichen und besagtem Hochwald über sumpfigen Boden in südliche Richtung, nach wiederum 130m erreichen wir den befestigten Grenzweg, der Hoppstädter und Langweiler Gemarkung trennt. (Einige Grenzsteine haben die „Grenzsuche“ bislang erleichtert.) Diesem Grenzweg folgen wir ca. 700m in südöstlicher Richtung bergwärts durch Fichten- und Laubwald. Auf etwa „halber Höhe“ weicht auf Langweiler Seite der Wald freiem Feld, auf Hoppstädter Seite links gesellen sich zum Laubwald hangaufwärts zunehmend Kiefern, die jedoch zum größten Teil krank oder schon abgestorben sind. (Hier stellt sich die Frage, ob die Schäden durch Umweltsünden oder Niederschlagsmangel verursacht wurden?)

Wer diese Waldlage (auf der „Haardt“) zur Blütezeit erkundet, kann sich an seltenen Waldblumen erfreuen. Am Waldeck angelangt, verläuft die Grenze rechtwinklig nach links. Wir sind nun auch auf die Gemarkungsgrenze von Merzweiler gestoßen.

 

 Bevor wir der Grenze weiter folgen, gehen wir auf dem bisherigen Grenzweg noch etwa 50m geradeaus. Hier haben wir einen herrlichen Rundblick über das „Nordpfälzer Bergland“ und den „Westrich“ mit seinen verstreuten Dörfern, Hügeln und Bergen, wie von links nach rechts den „Donnersberg“, „Königsberg“, „Hermannsberg“, „Steinerner Mann“ und den „Potzberg“, der auch „König des Westrich“ genannt wird. Ganz rechts die Höhen des „Schwarzlandes“ und der „Winterhauch“, die zur Zeit im Bereich des Truppenübungsplatzes Baumholder liegen.

 

Zurück zum Waldeck „auf der Haardt“.

Östlich (Oder nach links) gehen wir über einen Wiesenweg am Waldrand entlang, bis dieser nach ca. 200m in dem nun zu uns stoßenden Merzweiler Wald endet. Die Grenze verläuft weiterhin gradlinig östlich durch Mischwald talwärts. Erkennbar durch einen Grenzgraben und einige „Steine“ schlagen wir uns mit Hindernissen wie Hecken, Dornen und unwegsamen Steilhängen bis zur Talsohle durch. Dieses Teilstück sollten nur „geländegängige Grenzgänger“ in Angriff nehmen.

Wir stehen jetzt auf der Kreisstraße, die von Hoppstädten nach Merzweiler führt, befinden uns also im romantischen „Perlbachtal“. Linker Hand das „Talborner Briggelche“ mit dem zum vor uns aufragenden „Perlenkopf“ führenden Waldweg.

Rechter Hand die Talwiesen mit dem in einer sanften Linkskurve aus Hoppstädten kommenden, in Richtung Kappeln verlaufenden Bettes des Perlbaches. Parallel, in etwa 50 bis 70m Entfernung rechts vom Bachlauf, führt die Grenze durch die Talwiese und biegt nach ca. 300m rechtwinklig zum Bachlauf hin ab. (Das geübte Auge kann den Verlauf durch die Wiesen von der Straße aus schon erkennen.)

„Flussabwärts geht’s“ in Richtung Kappeln, auf dessen Gemarkung wir an dem Grenzknick in den Wiesen gestoßen sind. Dem mit Büschen, Erlen und Pappeln bewachsenen Bachufer folgen wir etwa 400m. Dabei führt unser „Weg“ vorbei an den Erbbestandswäldern des „Perlenkopfmassives“, das durch die sich in halber Hanghöhe befindende „Schinderhanneshöhle“ und die mächtigen, wild im Laubwald aufragenden Felsblöcke seinem sagenumwobenen Ruf gerecht wird. Rechts des Perlenbaches sind Kappeler Wiesen und Ackerland, auf dem wir diese 400m zurücklegen.

Wenn wir dem Perlenbach mit seinen gluckernden, das Gemüt beruhigenden Geräuschen etwas Zeit widmen – zum Beispiel während einer Verpflegungspause – wird uns bewusst, welch eine Wohltat die zur Zeit anstehende Kanalisation in Hoppstädten für „unseren Bach“, seine Bachbewohner und seine Ufergestade sein muss.

 

400m sind vorbei, wir verlassen „vor Perlen“, indem wir den Perlbach überqueren. Hangaufwärts gehen wir in nordöstlicher Richtung etwa 200m und wiederum 150m bergab. Dieser Grenzverlauf führt durch einen Laubwald am „Ufersheldchen“, ist anhand der Grenzsteine gut erkennbar und mündet in ein idyllisches Wiesental, die „Rambachswiesen“.

Nach links oder nördlich folgen wir dem Grenzweg entlang des Waldrandes bergwärts, vorbei an Fischteichen auf Kappeler Seite, rechts, und an den im Laubwald einzeln stehenden, stärksten, mir in unserem Wald bekannten Fichten auf Hoppstädter Seite, links.

 

Diese linke Hangseite ist der dem Herrenwald zugehörige „Schälrech“. Er war, wie das noch ca. 300m vor uns liegende „Herrenwäldchen und Herrenweiherchen“, in längst vergangener Zeit Verursacher eines großen Eigentumsstreites zwischen den Kappelern und den Hoppstädtern. Die gerichtlich ermittelten „Sieger“, die Hoppstädter, wurden jedoch noch lange von Kappelern als „Schälrechter Spitzbuben“ betitelt.

Das Tal verengt sich zunehmend und wir folgen dem Grenzgraben (teilweise wasserführend) durch Mischwald bergauf, mit vor besagtem Herrenwäldchen und – weiherchen, bis wir an freies Wiesen- oder Ackerland („Rambach“) gelangen.

 

Eine Pause lässt uns nach dem beschwerlichen, letzten Hangstück wieder zu Atem kommen.

Die Grenze verläuft nun nach rechts am Waldrand entlang, etwa 700m in östlicher Richtung. In einem weiten Rechtsbogen wandern wir am Rande der „Kappeler Ruthen“, jedoch auf Hoppstädter Ackerland und Wiesen, bis zu dem Punkt, an dem die Schweinschieder, die Kappeler, die Hoppstädter und bis auf wenige Meter die Löllbacher Gemarkungen zusammentreffen. Hier steht der „Dreikreuzige Stein“ als Grenzmarkierung mit den eingehauenen Namenskürzeln: „C“ für Kappeln, „SS“ für Schweinschied und „HS“ für Hoppstädten.

Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass der von uns eben passierte, schöne Kappeler Laubwald, „die Ruthen“, von den Hoppstädtern als „Maiglöckchen- und Pilzlieferant“ sehr geschätzt wird. Das Gleiche gilt für den „Promilleweg“, den wir vor etwa 300m überquert haben.

 

Wir haben das erste Drittel unserer Begehung zurückgelegt, gehen aber noch ca. 30m nordwärts, ca. 160m westwärts und wiederum 70m nordwärts (so verläuft die Grenze), bis wir den gut befestigten Feldweg, der von links aus Hoppstädten kommend und nach rechts in Richtung Löllbach führt, erreicht haben – den „Striether Weg“.

Hier pausieren wir – diese Aussicht ist einmalig schön!

Man sieht im Westen den „Erbeskopf“, im Osten den „Donnersberg“, nebst „Ringberg“ im Norden und „Lemberg“ im Nordosten (Richtung Bad Kreuznach). Weiterhin kann man viele Ortschaften erblicken. Hierbei sind Karte und Kompass von Vorteil.

 

 2. Etappe:  Vom „Dreikreuzigen Stein“ zur „Weinstraße“

 

Unsere zweite Etappe führt ca. 350 m auf dem „Strietherweg“ nach Westen über freie Pläne („der Heide“, links auf Hoppstädter Seite), bis wir auf dem jetzt von links kommenden „Promilleweg“ (mit dem zur Zeit weithin sichtbaren Birnbaum) angelangt sind. Im Westen sind nun Teile unseres Dorfes sichtbar, jedoch nur kurz. Die Grenze verläuft nun fast rechtwinklig talwärts nach Norden, überquert die Kreisstraße Hoppstädten-Schweinschied (ein Kugelbaum dient als Orientierungshilfe) und stößt nach ca. 250 m auf die unter uns liegende Waldspitze des „Wallenteiches“.

Diese Strecke gehen wir nur gedanklich, weil das Ackerland bepflanzt ist. Von unserem Birnbaum am „Promilleweg“ können wir, gut erkennbar, über einen kleinen Umweg ebenfalls die „Wallenteicher“ Waldspitze erreichen. Entlang des Waldrandes wandern wir nun durch ein enger werdendes Wiesental ca. 400  m nordöstlich talwärts zum „Deichgrund“ und stoßen auf einen von links kommenden, nach rechts weiterführenden Bach an der Waldecke. Der links von unserer Strecke gelegene, zu Hoppstädten gehörende „Wallenteicher Wald“ ist im Kern Nadelwald, der Außengürtel ein mit prächtigen Bäumen bestandener Laubwald.

 

Folgende Anekdote nutzen wir als kleine beschauliche Pause:

Die vom „Dreikreuzigen Stein“ bis zur Talsohle rechts von uns gelegenen ca. 500 m breiten, mit einem durchgehenden Weg begrenzten, zu Schweinschied gehörenden Gemarkungsteile waren ehemals Hoppstädten zugehörig. Sie wurden uns in vergangener Zeit durch eine gelungene „Finte“ von den Schweinschiedern „abgeluchst“.

 

Nach der Pause geht es spitzwinklig nach Westen weiter.  Bauchaufwärts führt die Grenze einen Sprung quer durch das enge Wiesental zum gegenüberliegenden Schweinschieder Waldrand entlang, ca. 200 m nach Westen bis zum Waldende (ebenfalls Laubwald). Man spürt an diesem Punkt, welche Ruhe und Abgeschiedenheit diesem Tal eigen sind. Lassen wir sie auf uns einwirken!

 

Rechtwinklig geht es nun in nördlicher Richtung ca. 70 m am Waldrand bergauf, dann ca. 50 m nordwestlich und bis zum nächsten Grenzknick im „Gäberwald“ ca. 300 m nach Norden. Vom Tal bis zu diesem Punkt liegen links der Grenze auf Hoppstädter Seite („auf Gäb“) zum Teil aufgeforstete Ackerflächen bis zum Anfang des „Gräberwaldes“, dann der „Hexentanzplatz“ mit seinen Felsen und Brocken, Fuchs- und Dachsbauten. Es ist wiederum Laubwald, jedoch auf kargem Boden. Rechterhand liegt nach vorhin erwähntem Waldrand Schweinschieder Ackerland, welches ebenfalls am „Gäberwald“ endet („Dachsloch“ Schweinschiederseits). Vom „Grenzknick“ aus folgen wir dem bereits erkannten Grenzgraben mit den Grenzsteinen, die teilweise eine gut sichtbare Grenzlinie auf dem Kopf eingemeißelt haben. Es geht also im Zickzack durch den Laubwald, vom besagten „Grenzknick“ ca. 60 m nach Südwest, ca. 100 m nach Nordwest, ca. 150 m nach Südwest und ca. 200 m nach Norden erreichen wir den ebenfalls fest ausgebauten Feldweg, der von Hoppstädten durch den Deich, über Breitenborn und Selbach in Richtung Hundsbach führt. Zuvor hat uns  noch der Lochfelsen, den wir dreimal durchklettert haben, um den Wettergott gut zu stimmen, von seiner Einmaligkeit überzeugt.

Diesem Feldweg folgen wir über die Kammhöhe hinunter ins Selbachtal, solange bis dieser jenseits der Talsohle in den Wald führt. Hier verlassen wir den Weg nach links und folgen der Grenze ca. 250 m am Waldrand entlang in nordwestlicher Richtung bis zur Waldecke.

Während wir hier verweilen, richtet sich unser Blick nach Süden und umfasst das weite Wiesental „Selbach“. Früher sollen am Hang in Richtung Hoppstädten im Dreißigjährigen Krieg verschwundene Höfe oder sogar ein Dorf gestanden haben. An den aus Geröll bestehenden, mit Hecken und Bäumen bewachsenen „Inseln“ im Wiesengelände finden wir die Bestätigung. Auch waren hier einst große Streitigkeiten wegen der Weiderechte im Gange (Hoppstädten contra Schweinschied).

Mehrere Grenzbegehungen „von Amts wegen“ waren damals erforderlich, um die Streithähne „in die Schranken“ zu weisen. Die letzte Grenzbegehung der Amtspersonen erfolgte im Jahre 1770 und umfasst die Orte Kappeln, Schweinschied, Hoppstädten und den Selbacher Hof. Ausgangspunkt dieser großen Grenzbegehung war der uns schon bekannte „Dreikreuzige Stein“.

 

Vom Waldeck führt die Grenze jetzt rechtwinklig ca. 550 m nordostwärts ebenfalls am Waldrand entlang in Richtung „Weinstraße“. Wir erreichen sie jedoch erst, nachdem die Grenze einen Winkel von ca. 200 m nach Südwest und ca. 120 m nach Nordwest geschlagen hat. Als „Weinstraße“ bezeichnet man die alte Römerstraße, die von rechts aus Richtung Mainz kommend in Richtung Trier weiterführt. Sie wird nicht nur den römischen Weintransporten gedient haben. Sicher ist, dass sich ca. 200 m südwestlich von dem Punkt, an dem wir zu Weinstraße gestoßen sind, die zweithöchste Stelle der Hoppstädter Gemarkung befindet: mit 423 ü NN der „Selbachkopf“.

 

Eine Pause wird hier wiederum benötigt, um den herrlichen Rundblick zu genießen oder um mit Karte und Kompass Ortschaften, Berge und Hügel, die jenseits von der Nahe im Norden und dem Glan in Süden liegen, namentlich zu erkennen.

 

Vom Selbachkopf wandern wir nun besagte 1300 m „Weinstraße“. Nach links und rechts abfallend liegt freies Wiesen- und Ackerland, direkt an der Straße sind große Kieslöcher, die wie die steinigen Ackerflächen gerne von Mineraliensammlern aufgesucht werden. Bald zweigt nach rechts ein Feldweg zum Welschröther Hof ab. Man hat in dem zu Limbach gehörende Ortsteil, der etwa 800 m talwärts von uns liegt, beim „Annchen“ eine Einkehrmöglichkeit (Gaststätte zwischenzeitlich geschlossen).

Schon nach 800 m linker Hand kommen wir an den „Breinert“, den auf Hoppstädter Gemarkung liegenden Staatswald, der uns noch die restlichen 500 m begleitet.

Besagte 1300 m Weinstraßengrenze sind gewandert, wir biegen im spitzen Winkel ca. 70 m nach Osten ab und suchen den uralten großen Grenzstein, der den Grenzverlauf bestätigt.

 

3. Etappe:  Von der „Weinstraße“ zum „Entenpfuhl“

 

Unser neuer Grenznachbar ist rechter Hand wieder die Gemeinde Sien. Über einen kleinen Hügel, der mit 428,9 m über NN auch höchster Punkt unserer Gemarkung ist, gehen wir 300 m nach Südosten, wo wir ebenfalls auf einen großen Grenzstein treffen. Wir haben eine sturmbedingte Aufforstung des Staates auf Hoppstädter Seite und schönen Eichenwald auf Siener Seite passiert. Der weitere Grenzverlauf führt jetzt nach rechts, schnurrgerade in südwestliche Richtung. Nach 70 m überqueren wir den befestigten Weg, der von links aus Hoppstädten kommend, rechts in Richtung Otzweiler führt. Dem weiteren südwestlichen Verlauf folgen wir ca. 550 m, links vorbei an jungem Hoppstädter Laubwald. Bis zum Grenzstein in etwa der Hälfte Kahlhieb auf Siener Seite, der Rest Laubwald mit Aufforstung, rechts. In dem eben durchwanderten Waldteil kann man noch gut Hügel alter Hünengräber erkennen.

Der Wald ist zu Ende, die Grenze verläuft jetzt entlang der Hangkante des links vor uns liegenden „Jeckentales“, das zum Teil als Biotop vorgesehen ist. (Wenn wir die Grenze etwa 100 m nach rechts [westlich] verlassen, haben wir einen schönen Ausblick auf unsere „Vorstadt“ Sien.) In einem weiträumigen Linksbogen folgen wir der Hangkante, vorbei an dem nun beginnenden, zuerst mit Fichten, dann mit Laubwald bewachsenen Talhang in südlicher Richtung, bis wir nach ca. 700 m die von links aus Hoppstädten kommende, zur B 270 führende Kreisstraße erreichen.

Straße und Wiese werden ca. 30 m bis zum gegenüberliegenden Hangfuß überquert. Hier in „Schwarzenborn“ ist der Quellbereich des Perlbaches. Am Hangfuß versetzt sich die Grenze ca. 30 m östlich, um dann in südlicher Richtung weiterzuführen. Es beginnt nun die sogenannte „Buckelstrecke“.

Erster „Buckel“ ist das „Schwarzborner Wäldchen“, ein unberührt wirkender Laubwald. Er grenzt an Ackerland und Fichtenschonung „Sienerseits“ und endet nach 150 m an einem dicken Grenzstein. Vor uns liegt das etwa 100 m breite Wiesental „in Hahnenbach“, das wir auch in südlicher Richtung durchqueren.

Als nächsten „Buckel“ passieren wir zur Linken in gleicher Richtung den „Oppenbacher Wald“ (ein schöner Eichenbestand) auf einem neuen Waldweg, jedoch unbefestigt. Anhand des Kahlhiebes auf Siener Seite und den vorhandenen Steinen gelangen wir leicht zum nächsten Wiesental in „Oppenbach“ und „Heiligenfeld“. Die etwa 150 m gegenüberliegende Waldecke der „Schamberheck“ zeigt uns den Grenzverlauf durch das Wiesental und Ackerland. Vor uns liegt der letzte „Buckel“ mit links der „Schamberheck“ einem Laubwald und rechts der Siener „Rothenberg“ mit Ackerland.

Hangaufwärts folgen wir dem Grenzweg am Waldrand, bis nach ca. 200 m in südlicher Richtung rechts das Ackerland endet und sich Siener Fichtenbestand zur „Schamberheck“ gesellt (erstes von zwei Siener Windrädern, gebaut 2018). Die Grenze führt geradeaus noch etwa 100 m südlich in den Wald hinein, verläuft dann ca. 500 m leicht abfallend an Grenzsteinen und Grenzgraben gut erkennbar in südöstliche Richtung. Rechts begleitet uns Siener Fichtenwald mit einem Randsaum aus Laubbäumen, links Hoppsädter Restkiefernbestand und mannshohe Laubwaldschonung. Über teils sumpfigen Waldboden sind wir jetzt an der Ostseite der am Anfang der Begehung erwähnten Teichbiotope im „Entenpfuhl“ angelangt. Ein großer Grenzstein zeigt auf der Kopfseite an, dass die Grenze nun rechtwinklig nach Südwesten abbiegt. Sie führt unmittelbar hinter den Teichen durch sumpfiges, licht bewaldetes Gebiet und ist nach ca. 300 m an unserem Ausgangspunkt – der alten Wegschranke - angelangt. Mit dem Ende der 3. Etappe ist der Kreis um die Gemarkung Hoppstädten geschlossen und die Grenzbegehung durchgeführt.

Während wir nun in östlicher Richtung zur Grillhütte zurückgehen, wird uns noch interessieren, dass wir eine Entfernung von ca. 12 km zurückgelegt und ein Areal von ca. 624 ha Hoppstädter Gemarkung umrundet haben.

Wenn nun noch etwa am Spätnachmittag eines Samstages die Glocken der umliegenden Dörfer den Sonntag einläuten (bei Ostwind sind sogar die Glocken der Schlosskirche zu Meisenheim gut hörbar), weiß man, wie in Verbindung mit den von uns aufgenommenen Naturschönheiten unserer Gemarkung der Ausdruck „Heimat“ zu bewerten ist.

Legt man die Grenzbegehung noch auf einen Tag, an dem einer der Ortsvereine Grillfest auf der „Schiwwer“ hat, braucht man ums leibliche Wohl und einen fröhlichen Tagesabschluss nicht zu bangen.

 

Mit einem „Kein schöner Land in dieser (oder zu jeder) Zeit, ...“ beende auch ich meine Grenzbegehung und verbleibe

 

 

 

 

mit freundlichem Gruß

Rudi Molz, „nichtamtlich bestellter Grenzgänger

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